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Machine Room #02

Bed-Slinger vs. CoreXY: Was ist der echte Unterschied beim 3D-Drucker?

Bed-Slinger oder CoreXY? Beim Bed-Slinger ist das ganze Druckbett samt deinem Druck die Y-Achse. Ein CoreXY hält das Bett in X und Y still und bewegt nur einen leichten Druckkopf, angetrieben von zwei Motoren, die selbst nie mitfahren.

Video auf Englisch, mit deutschen Untertiteln.

Was du lernst

  • Kleine Teile, Basteln: Bed-Slinger
  • Hohe Teile, Tempo: CoreXY
  • Bei beiden: Beschleunigung anpassen

Kapitel

  1. 0:00Zwei Arten, sich zu bewegen
  2. 0:23Der Bed-Slinger
  3. 0:38Masse und Ringing
  4. 1:10CoreXY
  5. 2:00Die Kompromisse
  6. 2:23Das Wackeln zähmen
  7. 3:03Zusammenfassung

Pause und raten

Nur Motor A dreht sich. B steht still. Wohin fährt der Kopf? (tippen für die Antwort)
  1. Entlang X
  2. Entlang Y
  3. Diagonal

Druckeinstellungen

MaterialPLA
Düse0.4 mm
DruckplatteGlatte oder texturierte PEI
Druckzeitetwa 1 h (weniger auf schnellen Druckern)
Qualität
Schichthöhe0.20 mm
Festigkeit
Wandschleifen2
Dichte der spärlichen Füllung15 %
Geschwindigkeit
Beschleunigung der AußenwandSchlüsseleinstellungDruckerstandard, dann die Hälfte
Stützen
Stützen aktivierenAus

Nach den Registerkarten in Bambu Studio geordnet. In PrusaSlicer und Cura heißen sie etwas anders. Nicht genannte Einstellungen bleiben beim Druckerprofil.

Teste es selbst

Stell den quadratischen Turm so aufs Druckbett, dass der gravierte X-Pfeil entlang der X-Achse deines Druckers zeigt, und drucke ihn mit deinem üblichen Profil. Leuchte mit einer Lampe flach an jeder Wand entlang und achte auf Wellen direkt hinter den Kerben. Halbiere dann die Beschleunigung der Außenwand, drucke den Turm noch einmal und vergleiche beide nebeneinander.

In dieser Folge erwähnt

Vollständiges Transkript

Manche 3D-Drucker schieben das ganze Druckbett hin und her. Andere halten das Bett still und lassen den Druckkopf in einem Kasten herumfliegen. Bed-Slinger oder CoreXY: Was ist der echte Unterschied?

Hier siehst du es. Druck ein hohes, dünnes Teil schnell, und du bekommst vielleicht Wellen direkt nach den Ecken oder eine wackelige Spitze. Ein Teil der Ursache: wie viel Masse dein Drucker bewegen muss. Vergleichen wir beide Maschinen und bändigen das Wackeln bei beiden.

In Machine Room 1 sind wir dem Filament durch einen Bed-Slinger gefolgt. Kurz zur Erinnerung: Der Druckkopf fährt nach links und rechts, das ist X. Das ganze Bett fährt vor und zurück, das ist Y.

Dein Druck fährt mit. Jede Y-Bewegung schiebt ihn nach vorn, stoppt ihn und wirft ihn zurück.

Warum ist das wichtig? Jede Bewegung muss starten und stoppen, und Kraft ist Masse mal Beschleunigung. Doppelte Masse braucht doppelte Kraft, um genauso stark zu beschleunigen.

Und ein Bett ist schwer. Eine 235 mm große Aluplatte, 3 mm dick, wiegt allein schon etwa 450 g. Dazu kommen Schlitten, Druckplatte und dein Druck, der mit jeder Schicht schwerer wird.

Wenn dieses Gewicht stoppt, federn Rahmen und Riemen ein winziges Stück zurück. Die Düse zeichnet dieses Wackeln in die Wand: Wellen direkt nach jeder Ecke. Maker nennen das Ringing oder Ghosting.

Jetzt der CoreXY. Hier bewegt sich das Bett nie in X oder Y. Es fährt nur nach unten, Schicht für Schicht. Der Druckkopf macht alle schnellen Bewegungen, auf einem leichten Portalträger.

Und jetzt der Trick. Beide Motoren sitzen fest am Rahmen und ziehen zwei lange Riemen. Drehen beide gleich herum, fährt der Kopf in X. Drehen sie gegenläufig, fährt er in Y.

Pause, rate mal. Was, wenn nur Motor A dreht und B stillsteht? A: Der Kopf fährt in X. B: in Y. Oder C: diagonal?

Es ist C. Diagonal, unter 45°. Kein Motor hat eine eigene Achse. Jede gerade X- oder Y-Bewegung braucht beide.

Die Motoren bleiben also stehen, das Bett auch. Nur der Druckkopf und ein leichter Träger bewegen sich schnell. Weniger bewegte Masse: Ein CoreXY kann meist stärker beschleunigen, mit weniger Ringing.

Aber kein klarer Sieg. Das 235-mm-Bett eines Bed-Slingers überstreicht etwa 470 mm von vorn nach hinten. Ein CoreXY ist ein Kasten, knapp um sein Bett herum.

CoreXY zahlt mit Komplexität: zwei lange Riemen mit gleicher Spannung und ein Rahmen, der rechtwinklig sein muss. Ein Bed-Slinger ist einfacher zu bauen und zu reparieren. Aber ein CoreXY ist schon ein Kasten, also leichter einzuhausen.

Egal, was du hast: Das Wackeln lässt sich bändigen. Viele Drucker nutzen heute Input Shaping: Die Firmware weiß, wie der Rahmen schwingt, und formt jede Bewegung so, dass es sich aufhebt.

Senk in deinem Slicer die Beschleunigung der Außenwand, zum Beispiel auf die Hälfte. Nur die sichtbaren Wände werden sanfter, so verlierst du viel weniger Zeit, als wenn du den ganzen Druck bremst.

Sieh es an deinem eigenen Drucker: Druck diesen kostenlosen Turm. Jede Wand hat zwei kleine Kerben. Leuchte direkt nach jeder Kerbe flach an der Wand entlang. Dann Beschleunigung senken, nochmal drucken und vergleichen.

Welcher passt also zu dir? Meist kleine Teile, und du bastelst gern? Ein Bed-Slinger macht das gut. Hohe Teile und viel Tempo? Dann verdient der CoreXY seine extra Riemen. So oder so: Stell die Beschleunigung ein.

Kurz gesagt: Beim Bed-Slinger ist das Bett die Y-Achse. Ein CoreXY lässt seine Motoren stehen und bewegt einen leichten Kopf. Weniger bewegte Masse heißt meist weniger Ringing.

Der Ringing-Turm ist kostenlos, Link in der Beschreibung. Schreib mir in die Kommentare: Hast du einen Bed-Slinger oder einen CoreXY, und würdest du wechseln? Nächstes Mal im Machine Room: offener Rahmen oder Einhausung. Abonniere, damit du es nicht verpasst. Ich bin Spoolbert, bis zum nächsten Mal.

Spoolbert

Spoolbert erklärt pro Folge ein 3D-Druckproblem, mit einem Gratis-Modell zum Testen der Lösung. Gemacht von EMBODY³, einem 3D-Druck-Atelier in Belgien.

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